Fabrik, großer Saal
Fr, 27.04.01
Belgien 2000 |
Medienbüro präsentiert:
Kurzfilm: Babysitting
Manon soll auf ihre jüngeren Geschwister aufpassen. Sie schlägt ein Spiel vor. »Lasst uns so tun, als wären wir unsere Eltern.« Was als Spaß beginnt, artet jedoch schnell in Chaos aus. Die Kinder richten alle ihre Aggressionen auf die ältere Schwester. Dieses Rollenspiel unter Geschwistern, aus dem rasch Ernst wird, beweist erneut das alte Diktum von Karl Krauss: »Das Wort Familienbande hat einen Beigeschmack von Wahrheit.«
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im AnschlußBelgien 199897 min, 35 mm, OmU Buch/Regie: Patrice Toye Kamera: Richard Van Oosterhout Schnitt: Ludo Troch DarstellerInnen: Aranka Coppens, Dirk Roffthooft, Frank Vercruysse Verleih: Pegasos |
Rosie
Für ihre 13 Jahre hat Rosie schon ziemlich viel hinter sich. Sie sitzt in Jugendhaft und erklärt jedem, der es wissen will, dass ihr nichts leid tut. Sie ist frech und frühreif, abgebrüht und dennoch zart und sensibel zugleich. Ihre Mutter ist gerade mal 14 Jahre älter als sie und nennt sich selbst "die ältere Schwester", um potenzielle Verehrer nicht zu vergraulen. Sie hat eine Menge eigene Probleme, mit dem Leben, mit den Männern, da ist wenig Platz für die Sorgen von Rosie. Und einen Vater gibt es nicht. Dafür aber gibt es Jimi, den Rosie zärtlich liebt. Er ist ihr rettender Engel, ihr Prinz, der sie den bedrückenden Alltag vergessen läßt. Bis Rosies Onkel, ein Spieler und Schmarotzer, auftaucht und alle zu tyrannisieren beginnt. Doch Rosie wehrt sich. Und das hat böse Konsequenzen für die ganze Familie.
»Ich wollte keinen 0815-Film machen. Sie wissen schon, die Art von Filmen, bei denen man bereits nach den ersten 5 Minuten sagen kannst, was passieren wird. Ich wollte manches zurückhalten, um aus den Zuschauern Partner zu machen, so dass sie sich ebenso verletzlich fühlen wie die Rosie selbst, mitverantwortlich. »Die meisten Filme über Teenager haben eine aufklärerisch-belehrende Botschaft, die entweder die sozialen Umstände für Jugendkriminalität verantwortlich macht oder die von uns geschaffenen Institutionen, die mit Jugendkriminalität umgehen. Rosie hingegen ist einfach eine Darstellung realer Menschen, die versuchen, aus einer Situation das Beste zu machen - nur dass ihr Bestes verdammt mies sein kann.« (New York Post) »(...) eine bewegende, glaubwürdige Darbietung, die es schafft, mädchenhafte Jugend mit all ihren Turbulenzen und Widersprüchen darzustellen. (...) Die Stärke des Films liegt in der Zurückhaltung, Komplexität, der Zärtlichkeit und in der Zuversicht, mit der Patrice Toye sich dem Thema nähert.« (New York Times) |