Uni-Aula
Sa, 28.04.01
Deutschland 2001 |
Gegenlicht präsentiert:
Gotteszell
Der Film porträtiert skizzenhaft sechs inhaftierte Frauen. Die Gefangenen erzählen von ihrem Leben vor der Haft, über ihr Verhältnis zur Tat, den Alltag im Knast und die daraus entstehenden Schwierigkeiten, wie das Getrenntsein von den Kindern. Durch die Biografien der Strafgefangenen zieht sich ein roter Faden von erlittenen Drohungen und Verletzungen, bis hin zu jahrelang ertragener, nicht mehr vorstellbarer Gewalt.
Die Institution Justizvollzugsanstalt wird von vier VollzugsbeamtInnen vertreten. Sie sprechen über ihre Situation, in der sie mit den Gefangenen täglich konfrontiert sind, über die Institution Strafanstalt, die Schuldfrage. Aus einigen Äußerungen der Bediensteten wird deutlich, dass sie nicht ohne Sympathie sind für den Menschen, die Täterin, die Tat hingegen ablehnen. Drei der Inhaftierten schildern den plötzlichen Gewaltakt, der ihrem bisherigen Leben "in Freiheit" ein Ende setzt. Je mehr das Publikum aber über die Hintergründe, die zur Tat geführt haben - wie jahrelanger sexueller Mißbrauch - erfährt, desto größer wird der Zweifel an der Gesetzgebung und an der massgeblich von Männern dominierten Rechtssprechung. »Niemand ist sicher vor einem Gedanken, der ihn durchzuckt. Niemand kann sagen, das werde ich nie tun.« (Marguerite Duras) |